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Streitschlichter
Warum?
Streit ist ein in jeder menschlichen Gesellschaft (und nicht nur da) auftretendes Phänomen, das viel Kraft wegnehmen, aber auch viel Kraft freisetzen kann. Streit an sich ist also nichts „Böses“.
Streit, bei dem Gefühle verletzt werden, der immer massiver in Gewalt ausartet, muss bearbeitet werden. An unserer Schule wurde und wird dieses Problem in verschiedenen Konferenzen und im Unterricht immer wieder thematisiert. Gerade die Schule ist ein wichtiger Ort, an dem daran gearbeitet werden kann, eine Streitkultur zu entwickeln, die nicht nur das Leben in der Schule erträglicher macht, sondern Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu mündigen Staatsbürgern erzieht und die dazu beitragen kann, Gewalt zu verringern.
Ein möglicher Weg in diesem Bemühen ist die „Streitschlichtung“ durch Schülerinnen und Schüler, die durch flankierende Maßnahmen in den Klassen begleitet werden muss.
Was sind Streitschlichter?
Freiwillige Schülerinnen und Schüler werden ab der 7. Klasse als neutrale Streitschlichter ausgebildet. Diese Ausbildung erfolgt an unserer Schule im Rahmen des Wahlpflichtfachs. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler, Schlichtungsgespräche zu leiten, sie bringen die streitenden Schüler dazu sich gegenseitig zuzuhören, Gefühle und Verletzungen wechselseitig zu erkennen, Verständnis füreinander zu entwickeln und dadurch einen Weg aus dem Streit herauszufinden.
Frühestens nach einem halben Jahr beginnt der praktische Einsatz:
Schülerinnen und Schüler, die sich gestritten haben, können sich an Streitschlichter ihrer Wahl wenden und mit ihnen in den Pausen oder zu einem gemeinsam vereinbarten Zeitpunkt im Streitschlichterraum ein Schlichtungsgespräch führen.
Die Streitschlichtung hat Angebotscharakter, d.h. sie kann nur stattfinden, wenn beide Kontrahenten einverstanden sind. Aus diesem Grund können Streitschlichter auch nicht in „Mobbingfällen“ eingesetzt werden, da „Täter“ keine Änderung der Situation wünschen. Streitschlichter sind aber häufig bei der Aufdeckung von „Mobbing“ beteiligt, weil sie geschulter und engagierter hinschauen lernen.
Ein Teil der ausgebildeten Streitschlichter übernimmt auch in den Klassen 9/10 noch den Dienst im Streitschlichterraum, andere engagieren sich nach der Ausbildung lieber als Tutoren in den Klassen 5 und 6. In jedem Fall trägt die Ausbildung aber zur Persönlichkeitsentwicklung jedes Teilnehmers bei.